{"id":1329,"date":"2013-11-02T11:09:08","date_gmt":"2013-11-02T11:09:08","guid":{"rendered":"http:\/\/theartic-emden.de\/?p=1329"},"modified":"2013-11-02T11:09:52","modified_gmt":"2013-11-02T11:09:52","slug":"oz-02-11-2013-warum-verruecktsein-eigentlich-normal-ist","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/theartic-emden.de\/?p=1329","title":{"rendered":"OZ 02.11.2013: Warum Verr\u00fccktsein eigentlich normal ist"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a class=\"lightbox\" href=\"http:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/OZ_Kritik_Theartic10undjetzt.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1330\" alt=\"Ostfriesen-Zeitung, Ausgabe: Emden, vom: Samstag, 2. November 20\" src=\"http:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/OZ_Kritik_Theartic10undjetzt-480x285.jpg\" width=\"480\" height=\"285\" srcset=\"http:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/OZ_Kritik_Theartic10undjetzt-480x285.jpg 480w, http:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/OZ_Kritik_Theartic10undjetzt.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a>Emden. Wir sind doch alle verr\u00fcckt. Und das ist gut so! Mit diesem Gef\u00fchl \u2013 oder ist es eine Erkenntnis? \u2013 entlie\u00df das Theaterensemble des Emder Kulturvereins \u201eTheartic\u201c am Donnerstag das begeisterte Premieren-Publikum der Produktion \u201ezehn. und jetzt\u201c aus dem Neuen Theater.<\/p>\n<p>Wer glaubte, dass sich die Leistungen dieser Theaterwerkstatt nach den Inszenierungen der vergangenen Jahre nicht mehr toppen lie\u00dfen, sah sich get\u00e4uscht. Trotz einiger widriger Umst\u00e4nde w\u00e4hrend der Probenphase, die die Regisseurin und Autorin Ulrike Heymann dazu veranlassten, von einem Wagnis zu sprechen, lief das gesamte Ensemble zu neuer H\u00f6chstform auf \u2013 und machte knapp 400 Zuschauer gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fccklichsein fehlt auch den Protagonisten des St\u00fccks nichts: zehn schr\u00e4ge, schrille und liebenswerte Typen, die auf den ersten Blick verr\u00fcckt, aber \u2013 jeder f\u00fcr sich \u2013 starke Pers\u00f6nlichkeiten sind. Da sind zum Beispiel Marlene Linde, die ohne Ende Briefe schreibt, Herr Sawesi, der die Wolken Geschichten erz\u00e4hlen l\u00e4sst, der Actionheld Edelbert Br\u00e4unle, der die meiste Zeit bet\u00fctelt von der Mama im Bett verbringt oder Therese G\u00e4rtner, die ihre F\u00fcrsorge Gabelstaplern und anderen \u00fcberz\u00e4hligen Maschinen schenkt. Alle treffen sich regelm\u00e4\u00dfig in einem Kaffeehaus.<\/p>\n<p>Ihre Welt ist in Ordnung bis sie mit dem \u201eAmt f\u00fcr Personen mit besonderen Auff\u00e4lligkeiten\u201c konfrontiert werden, weil sie nicht \u201eder Norm\u201c entsprechen. Das Amt repr\u00e4sentieren vier graue und gleichgeschaltete Menschen, die nur der sogenannten Instanz h\u00f6rig sind und nicht selbstst\u00e4ndig entscheiden. Die grauen Figuren drohen mit \u201escharfem Vorgehen und drastischen Ma\u00dfnahmen\u201c. Aber am Ende steht die Erkenntnis, dass alle verr\u00fcckt sind. Denn was, bitte sch\u00f6n, ist normal?<!--more--><\/p>\n<p>Schon die Idee zum Buch ist grandios. Aber was \u201eTheartic\u201c daraus machte, ist noch grandioser: ganz gro\u00dfes Theater, das professionellen Anspr\u00fcchen gerecht wird. Die Inszenierung besticht durch die Handlung, die die Zuschauer in ein Wechselbad aus Heiterkeit und Nachdenklichkeit zieht. Das St\u00fcck ist bis ins letzte Detail von Kost\u00fcmen, Requisiten und B\u00fchnendekoration raffiniert konstruiert. Bestechend auch das B\u00fchnenbild: Gespielt wird auf einer Simultanb\u00fchne mit zwei Schaupl\u00e4tzen: Auf der einen Seite die graue Amtsstube, in der ein Kaktus und eine gr\u00fcne Gie\u00dfkanne die einzigen Farbtupfer setzen; auf der andere Seite das pulsierende Kaffeehaus mit den vermeintlich verr\u00fcckten Besuchern. Und mitten im Geschehen die vier Musiker, die eine Art Klammer sind, mit teils schr\u00e4gen, teils harmonischen Kl\u00e4ngen von einer Welt in die andere \u00fcberleiten und diese \u00dcberg\u00e4nge flie\u00dfend machen: Fantastisch!<\/p>\n<p>Das Ganze stellt hohe Anforderungen an das Ensemble, zumal alle 22 Darsteller nahezu durchgehend auf der B\u00fchne waren und sich kein Akteur im Prinzip auch nur eine Sekunde lang zur\u00fccknehmen konnte: eine hoch disziplinierte Leistung.<\/p>\n<p>Ulrike Heymann ist es wieder gelungen, aus einem so schier heterogenen Ensemble von Behinderten und Nicht-Behinderten, aus vermeintlich Normalen und vermeintlich Verr\u00fcckten eine gleichberechtigte Truppe zu formen.. Die Rollen hat die Regisseurin sorgsam auf die F\u00e4higkeiten der Darsteller zugeschnitten: Jeder Einzelne gab alles, alle strotzten vor Spielfreude und Motivation.<\/p>\n<p>Das war so wunderbar wie die Botschaft des Abends: Wir sind alle verr\u00fcckt. &#8211; und sollten es bleiben.<br \/>\n\u25ba OZ-Kritik vom 02.11.2013 zum Download (PDF): <a href=\"http:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/OZ_Kritik_Theartic10undjetzt.pdf\" target\"_blank\">Hier klicken!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emden. Wir sind doch alle verr\u00fcckt. Und das ist gut so! 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