{"id":3528,"date":"2019-12-08T11:11:00","date_gmt":"2019-12-08T11:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/theartic-emden.de\/?p=3528"},"modified":"2019-12-08T11:11:00","modified_gmt":"2019-12-08T11:11:00","slug":"bruder-im-theater-gefunden-oz-07-12-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theartic-emden.de\/?p=3528","title":{"rendered":"Bruder im Theater gefunden (OZ, 07.12.2019)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-3529\" src=\"http:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/OZ-07.12.2019-533x800.png\" alt=\"\" width=\"533\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/OZ-07.12.2019-533x800.png 533w, https:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/OZ-07.12.2019-320x480.png 320w, https:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/OZ-07.12.2019-768x1152.png 768w\" sizes=\"(max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><\/p>\n<p>zum Nachlesen:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bruder im Theater gefunden<br \/>\nVera Vogt<br \/>\nBenefiz Bei Theartic entstehen auch ohne Worte tiefe Beziehungen \u2013 Malik Meyer hat das erlebt<br \/>\nDie OZ sammelt bei ihrer Weihnachtsaktion Spenden f\u00fcr die Theaterwerkstatt Theartic aus Emden. Hier k\u00f6nnen Menschen mit und ohne Behinderungen jeglicher Herkunft<br \/>\nKunst schaffen. Malik Meyer hat in verschiedenen L\u00e4ndern Theater gespielt. So etwas Besonderes wie in Emden hat er nirgends gefunden.<br \/>\nEmden &#8211; Malik Meyer zieht die Augenbrauen hoch. Er springt von einer Fensterbank auf. \u201eErinner\u2019 dich doch noch einmal an die tolle Improvisation von letzter Woche\u201c,<br \/>\nfl\u00fcstert er einer Darstellerin ins Ohr. Dann schaut er weiter aufmerksam zu. Der 21-J\u00e4hrige leitet derzeit mit Regisseurin und Autorin Ulrike Heymann die Proben des<br \/>\nErwachsenen-Ensembles von Theartic.<br \/>\nMeyer ist mit zw\u00f6lf Jahren zur Theaterwerkstatt gekommen. Damals ist er in die Theatergruppe f\u00fcr Kinder eingestiegen. \u201eIch kam damals zu Ulrike und habe gebr\u00fcllt: \u201aIch will<br \/>\nTheater spielen!\u2018\u201c, sagt er und breitet dabei seine Arme aus. Auch wenn der junge Mann heute \u00fcber die Theaterkunst spricht, ist etwas von dieser kindlich \u00fcberbordenden<br \/>\nBegeisterung sp\u00fcrbar. Sein Gesicht erhellt sich, als w\u00e4re ein B\u00fchnenspot darauf gerichtet.<br \/>\n\u201eIch stand bei Theartic bei vielen St\u00fccken auf der B\u00fchne. Dann kamen Regieaufgaben und die gemeinsame Leitung von Gruppen hinzu\u201c, sagt Meyer. Mit 16 Jahren machte er<br \/>\nein Jahrespraktikum bei der Theaterwerkstatt. Als er vollj\u00e4hrig wurde, zog es Meyer in die Ferne.<br \/>\nEr ist weit herumgekommen: \u201eIch habe in Polen mit sechs K\u00fcnstlern aus ganz Europa zusammen gewohnt und gearbeitet\u201c, sagt er. Meyer realisierte dabei eigene Projekte aus<br \/>\nTheater, Tanz und Zirkus. \u201eAus einem Jahr in Polen wurden drei\u201c, sagt er. Weitere Stationen waren Pal\u00e4stina und Spanien. \u201eMein Bild von Theater hatte sich komplett<br \/>\ngedreht\u201c, sagt Meyer. Aus ihm sei ein Theater- und Performancek\u00fcnstler geworden. \u201eIch habe mich aber schlie\u00dflich entschieden, wieder zu Theartic zur\u00fcckzukehren\u201c, sagt er.<br \/>\nDort habe er Besonderes erlebt \u2013 wie bei keinem anderen Theater.<br \/>\nDie Theaterwerkstatt Theartic gibt Menschen mit und ohne Behinderung jeglicher Herkunft die M\u00f6glichkeit, zusammen Kunst zu schaffen. In diesem Jahr gehen die Spenden<br \/>\nder OZ-Leser an den gemeinn\u00fctzigen Verein. Au\u00dferdem kommen die Spenden dem F\u00f6rderverein der Kontaktstelle Dwarsloopers f\u00fcr psychisch Erkrankte zugute.<br \/>\nWarum zog es den jungen Mann wieder zu seinen Wurzeln in Emden zur\u00fcck? \u201eWeil Theartic einzigartig ist\u201c, ist seine klare Antwort. So lange es seine eigenen Projekte<br \/>\nzulassen, will er dort mitwirken. Bei dem gemeinn\u00fctzigen Verein werde all das gelebt, was man sich f\u00fcr die Gesellschaft w\u00fcnsche, ist Meyer \u00fcberzeugt: \u201eJeder Mensch wird so<br \/>\nakzeptiert, wie er ist. Mit all seinen Macken und Defiziten \u2013 und die hat jeder.\u201c<br \/>\nInklusion und Integration seien wichtige Themen und in aller Munde, sagt Meyer. \u201e\u00dcberall ist man bem\u00fcht, dass es klappt. Und hier in Emden bei Theartic funktioniert es<br \/>\nschon\u201c, sagt der<br \/>\n21-J\u00e4hrige. Dabei werde die Inklusion oft falsch verstanden, meint Meyer. \u201eEs geht nicht darum, dass ein Mensch mit Behinderung von mir \u2013 dem vermeintlich Normalen \u2013<br \/>\nlernen soll\u201c, sagt Meyer. Eher im Gegenteil.<br \/>\nEine Freundschaft hat Meyer besonders gepr\u00e4gt. \u201eIch finde, die zeigt genau, wer hier von wem lernen kann.\u201c Kennengelernt haben sich Meyer und der Junge beim Spielen in<br \/>\neinem Ensemble. \u201eDer Junge hat nur gesprochen, wenn er sich wohlgef\u00fchlt hat\u201c, sagt er. \u201eSonst war er verschlossen, antwortete nicht und reagierte auch sonst kaum.\u201c Wenn<br \/>\nein Mensch nicht sprechen wolle oder k\u00f6nne, m\u00fcsse man andere Wege finden, um zu ihm vorzudringen, sagt Meyer. Also hat er den Jungen bei Szenenwechseln lange<br \/>\nangesehen, um ihm zu signalisieren, was als N\u00e4chstes anstehe. \u201eIch habe gelernt, mit den Augen zu kommunizieren. Und auch geduldig zu sein.\u201c Langsam f\u00fchlte sich der<br \/>\nJunge wohler in Meyers N\u00e4he.<br \/>\n\u201eAls er mir vertraute, hat er mich schlie\u00dflich bei dem Namen seines Bruders genannt\u201c, sagt Meyer und l\u00e4chelt. \u201eIch habe ihn gefragt, warum er mich so anspricht.\u201c Die<br \/>\nAntwort habe Meyer tief ber\u00fchrt: \u201eEr sagte, ich sei f\u00fcr ihn eine Theaterversion seines Bruders.\u201c Diesen Moment werde er nie vergessen, sagt Meyer. \u201eSo etwas habe ich nur bei<br \/>\nTheartic erlebt.\u201c Mittlerweile sei der Junge kein Mitglied des Ensembles mehr. \u201eIch vermisse es, mit ihm zu spielen. Aber unsere Freundschaft besteht noch immer.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zum Nachlesen:<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3528"}],"collection":[{"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3528"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3528\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3530,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3528\/revisions\/3530"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3528"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3528"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}