{"id":4306,"date":"2026-02-08T18:45:22","date_gmt":"2026-02-08T18:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/theartic-emden.de\/?p=4306"},"modified":"2026-02-08T18:46:30","modified_gmt":"2026-02-08T18:46:30","slug":"16-auf-einem-dach-und-dicht-am-abgrund-ez-06-02-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/theartic-emden.de\/?p=4306","title":{"rendered":"16 auf einem Dach und dicht am Abgrund (EZ, 06.02.2026)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-4307\" src=\"http:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/EZ-06-02-2026-16-auf-einem-Dach-und-dicht-am-Abgrund.jpg\" alt=\"\" width=\"810\" height=\"721\" srcset=\"https:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/EZ-06-02-2026-16-auf-einem-Dach-und-dicht-am-Abgrund.jpg 810w, https:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/EZ-06-02-2026-16-auf-einem-Dach-und-dicht-am-Abgrund-480x427.jpg 480w, https:\/\/theartic-emden.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/EZ-06-02-2026-16-auf-einem-Dach-und-dicht-am-Abgrund-768x684.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/>Zum Nachlesen:<\/p>\n<p><!--more--><b>EMDEN.<\/b>&nbsp;(gwo) Was passiert wohl, wenn 16 ganz unterschiedlich tickende Menschen auf einem Hochhausdach aufeinandertreffen? Im Fall von Theartic auf jeden Fall etwas Unerwartbares. Erst recht bei diesem Titel: \u201eDie Welt soll wieder sch\u00f6ner werden!\u201c Die neue Eigenproduktion der Emder Theatergruppe f\u00fcr Menschen mit und ohne Behinderungen h\u00e4tte auch eine abgedrehte Kom\u00f6die werden k\u00f6nnen. Doch die Darsteller wagen im April im Festspielhaus Mutigeres: ein St\u00fcck \u00fcber den zunehmenden Rechtsruck und die Spaltung der Gesellschaft.<\/p>\n<article>\n<div class=\"h3 articleContent\">Gefahren f\u00fcr die Demokratie<\/div>\n<p class=\"articleContent\">\u201eEs geht um das Erstarken des Rechtsextremismus, die Parallelen zu 1933 und wie man den Gefahren f\u00fcr die Demokratie begegnen kann\u201c, fasst es die Vorsitzende Ulrike Heymann zusammen, die auch wieder Autorin und Regisseurin ist \u2013 die aber nach altem Theartic-Brauch das Ensemble \u00fcber das Thema des n\u00e4chsten Projekts hat entscheiden lassen. Und die dann selbst ganz baff war, welche Gedanken den Darstellern zum Titelvorschlag kamen.<\/p>\n<p class=\"articleContent\">\u201eNach unserem letzten St\u00fcck \u00fcber bezahlbaren Wohnraum, das ja auch eher kein Spa\u00df-St\u00fcck war, h\u00e4tte ich angenommen, dass sich das Ensemble diesmal etwas Leichtes w\u00fcnschen w\u00fcrde\u201c, bekennt sie. \u201eDoch, Pustekuchen!\u201c Was die Mitspieler beim ersten Austausch bewegte, waren Themen wie Rassismus und Ausl\u00e4nderfeindlichkeit.<\/p>\n<p class=\"articleContent\">Die Sorge, wohin dies alles f\u00fchrt, ist angesichts der (l\u00e4ngst nicht mehr rein verbalen) Angriffe auf Obdachlose, Queere, Juden, Menschen mit anderer Hautfarbe oder mit Behinderung nicht weniger geworden. Im Gegenteil. \u201eAls ich im Juni 2024 mit dem Schreiben anfing, lag die Zahl derjenigen, die sich vorstellen konnten, eine rechtsextreme Partei zu w\u00e4hlen, noch unter 20 Prozent\u201c, sagt Heymann. \u201eInzwischen sind es \u00fcber 25 Prozent.\u201c Wie schnell sich ein Umbau zu einem faschistoiden System vollziehen kann, sehe man an Ungarn oder den USA.<\/p>\n<p class=\"articleContent\">Zu einer Art Leitgedanken wurde daher die Warnung der verstorbenen Holocaust-\u00dcberlebenden Margot Friedl\u00e4nder: \u201eSo hat es damals auch angefangen.\u201c Doch was kann man dem k\u00fcnstlerisch entgegensetzen? Und darf dabei \u00fcberhaupt noch gelacht werden? \u201eJa, unbedingt!\u201c, sagt Heymann und zitiert diesmal Ronen Steinke von der S\u00fcddeutschen Zeitung: \u201eEs gibt Grund zum Pessimismus, Grund zum Optimismus \u2013 aber keinen Grund zum Zur\u00fccklehnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"articleContent\">Genau darum gehe es: \u201eMan kann was tun, man muss was tun.\u201c Und dabei helfen kann das, wof\u00fcr Theartic bekannt ist: Probleme auf den Punkt zu bringen. Mit viel Liebe, Ironie, Satire und den Absurdit\u00e4ten der Gegenwart. Daher spielt das St\u00fcck auch im Hier und Jetzt. Auf dem Dach.<\/p>\n<p class=\"articleContent\">Zun\u00e4chst sind es nur drei Leute, die dort zusammenkommen, weil sie sich nach etwas Besserem und Sch\u00f6nerem sehnen. Am Ende sind es viele. \u201eAlles ist vertreten\u201c, sagt Heymann, \u201evom vertr\u00e4umten Jugendlichen \u00fcber die frustrierte Hausmeisterin, die queere Investigativjournalistin, die 98-J\u00e4hrige mit dunklen Erinnerungen bis hin zum sogenannten Neuen Nazi.\u201c<\/p>\n<p class=\"articleContent\">Konflikte sind dabei unvermeidbar. Das Ende des St\u00fccks jedoch, verspricht Heymann, wird \u00fcberraschen.<\/p>\n<div class=\"h3 articleContent\">Erstmals mit LED-Wand<\/div>\n<p class=\"articleContent\">Auf \u00dcberraschungen k\u00f6nnte die Produktion aber schon im Vorfeld sto\u00dfen. Zwar laufen die Proben in der Musikschule parallel zur Entwicklung des St\u00fccks schon seit Juni 2024, doch bei der Auff\u00fchrung im Festspielhaus am Wall wird erstmals mit Videotechnik und LED-Wand gearbeitet. In vielen Szenen kommen Projektionen von Fotos, Filmausschnitten, Videos und Texten zum Tragen. Teils werden diese mit Musik unterlegt, die Heymanns Neffe extra daf\u00fcr im fernen Hollywood komponiert. Bei der Darstellung hilft eine theaterbegeisterte Mediengestalterin aus Aurich. Trotzdem bleibt das Ganze kniffelig.<\/p>\n<p class=\"articleContent\">\u201eDas Timing zwischen Darstellern, Projektionen und Musik muss stimmen\u201c, sagt Heymann. Der komplette Ablauf kann nur direkt im Festspielhaus geprobt werden. \u201eDort haben wir aber nur drei Proben \u2013 und das vier Tage vor der Premiere.\u201c Also nicht viel Zeit f\u00fcrs Feintuning. Aber ein mutiges Experiment mehr.<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Nachlesen:<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4306"}],"collection":[{"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4306"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4306\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4310,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4306\/revisions\/4310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4306"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/theartic-emden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}