Emden. Etwas Neues wollte der Chor von Theartic bei seinem mittlerweile dritten Konzert wagen: Und das Experiment, auf das sich die 37 Sänger einließen, glückte ihnen voll und ganz. Die 90 Zuschauer im Jugendzentrum „Alte Post” bereuten ihr Kommen nicht. Und so fielen die Meinungen nach dem Konzert durchweg positiv aus.
„Improvisieren”: Das wollte Chorleiterin Christina Dane mit ihrem Ensemble. Und genau das hat sehr gut geklappt. Nicht nur die Schnipps- und Klatsch-Einlagen, auch die Körperpercussions und die Begleitung mit Instrumenten gelang und fügte sich sehr gut in die ausgewählten Lieder ein. Von „Blauäugigen Liedern und schwarzbunte Grooves” – so war das ungefähr 90-minütige Programm umschrieben. 90 Minuten können lang werden. Aber bei der Auswahl des Theartic-Chores bekamen viele Gäste ganz im Gegenteil Lust auf wesentlich mehr .
Träumereien, Freundschaft, Liebe, Treue, afrikanische Elemente – all das war Bestandteil eines interessanten und kurzweiligen Nachmittages. Was den Chor besonders freute, war der Besuch – trotz Matjesfest und Sonnenschein. Was gibt es Schöneres, als das in mühevoller Arbeit Gelernte einem dankbaren Publikum darzubringen? Jeden Mittwoch treffen sich die Chormitglieder zum Üben. Diese Mühe hat sich wahrlich gelohnt .
Nach anfänglicher Nervosität, oft murmelten die Sänger, wie voll es doch sei, kam der Chor nach den ersten beiden Stücken immer mehr in Fahrt. Textsicher und mit dem nötigen Einfühlungsvermögen nahm das Ensemble das Publikum mit auf die Reise und ließ es den Alltag wenigstens für die Konzertdauer vergessen. Nicht zuletzt war auch das ein Verdienst von Chorleiterin Christina Dane, die mit ihrer Stimme und ihrer Präsenz die Sänger „im Griff” hatte .
Unterstütz wurde der Chor von Arne Bohnet (Percussions) und Arne Wagner (Kontrabass), die immer wieder auch eigene Klangfülle in die Lieder mit einbringen konnten. Aufgelockert wurde die Stimmung, als Arne Bohnet einige Stücke vorab mit Gedichten ankündigte. 90 Minuten, zwei Zugaben und ein stehend klatschendes Publikum – ein gelungener Auftritt eines recht ungewöhnlichen Chores .
Immerhin bringen die Protagonisten das Kunststück fertig, behinderte und nichtbehinderte Menschen zu einer sanglichen Einheit zu verbinden. Schließt der Zuhörer die Augen und lauscht den Liedern, kommt genau das bei ihm an. „Tausendmal möchte ich Dir sagen, wie du zu mir passt, dass man uns nicht trennen kann”: Diese Textpassage aus einem der gesungene Lieder untermauerte der ganze Chor mit seinem außergewöhnlichen Auftritt in der „Alten Post”.
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