Europa und der schmale Grat (EZ, 08.02.2017)

Quelle: EZ v. 08.02.2017 | EZ-Redakteurin: Gaby Wolf

Neues Stück von Theartic feiert am 2. März Premiere

Emden. Es geht um Fremdenfeindlichkeit und Abschottung. Trotzdem spielt US-Präsident Donald Trump im neuen Bühnenstück von Theartic, das am Donnerstag, 2. März, Premiere im Neuen Theater feiert, keine Rolle. Stattdessen richtet Autorin und Regisseurin Ulrike Heymann den Blick auf Europa und dessen Umgang mit Flucht und Integration. „Europa. draußen” hat sie ihr Stück genannt – und ist sich bewusst, dass sie sich damit auf eine Gratwanderung begibt. Und das nicht nur, weil neben einheimischen Menschen mit und ohne Behinderungen auch Flüchtlinge mitspielen.

„Es ist ein ernstes gesellschaftspolitisches Thema”, räumt Heymann ein. „Und eine Botschaft zu vermitteln, ohne belehrend zu sein, ist das Schwierigste.” Doch genau das ist das Ziel. „Deshalb kann es nicht zwei Stunden lang nur um Not und Elend gehen”, sagt sie. „Es muss auch das befreiende Lachen geben.” Bei den Proben habe sich dieses immer wieder Bahn gebrochen. Auch bei den Flüchtlingen, von denen ein Großteil noch nie mit Theater zu tun hatte. „Obwohl allen die bitterernste Thematik klar war, gab es ein unglaubliches Lach- und Spaßbedürfnis – und große Experimentierfreudigkeit”, sagt Heymann.

Vier Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Sudan treten mit dem Hauptensemble auf. Neun weitere verstärken den „Chor der Geflüchteten”, der in zwei Schlüsselszenen Bewegungsbilder als Kommentar zur Handlung liefern soll. Diese wiederum nimmt ihren Ausgang in einer Extremsituation: Ein Zug mit Reisenden aus Westeuropa aber auch Flüchtlingen strandet irgendwo auf dem Balkan. Keiner weiß, warum. Klar ist nur: Sie kommen von dort nicht weg. Konflikte brechen auf, und dann kommt es noch zur Begegnung mit Einheimischen.

21 Darsteller spielen „Die Reisenden” und „Die Einheimischen”, 15 bilden den „Chor”. Vier Musiker liefern Klänge aus aller Welt. Gefördert wird das Stück von der Sparkassenstiftung. 

Die Aufführungen am 2., 3. und 4. März im Neuen Theater beginnen um 20 Uhr. Karten im Vorverkauf (12 Euro, ermäßigt sechs Euro) gibt es im Kulturbüro, Große Straße. An der Abendkasse kostet der Eintritt 14 Euro, ermäßigt sieben Euro.

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