Emden. Wer Geburtstag hat, der darf sich auch etwas wünschen. Diese Vorstellung nahm Beate Kegler, Geschäftsführerin von „Theartic”, zum Anlass, am Sonnabendvormittag in der Johannes a Lasco Bibliothek noch einmal die Wünsche ihres Vereins zu bekräftigen. „Wir wünschen uns, dass die Stadt auslotet, wie die Möglichkeiten für eine langfristige Förderung sind. Es wäre außerdem toll, wenn wir eine Geschäftsstelle hätten. Und unser Traum ist natürlich ein eigenes, richtiges Theater”, sagte sie während des Festaktes zum zehnjährigen Bestehen ihrer Gruppe, in der sich Behinderte und Nichtbehinderte künstlerisch in den Bereichen Theater und Chor betätigen. Dann brachte sie es auf den Punkt: „Das Apollo wäre etwas für uns!”, sagte sie in Richtung der anwesenden Vertreter von Rat und Verwaltung .
Etwa 350 Gäste waren am Sonnabend der Einladung der Theatergruppe gefolgt. Sie bekamen eine bunte, lockere Veranstaltung geboten. Begrüßt wurden sie zunächst mit farbenfrohen Getränken. „Die haben die Theartic-Mitglieder zusammen mit uns erstellt”, erklärte Upstalsboom-Geschäftsführer Bodo Janssen, der zusammen mit seinen Mitarbeitern die speziellen Drinks verteilte .
Dass sie nicht nur die kulinarische Kunst beherrschen, zeigten die drei Ensembles von Theartic dann wenig später. Der Theartichor, Theartic junior und Theartic wurden nacheinander auf die Bühne gerufen, auch das neunköpfige Theartic-Team kam dazu. Der Chor sang einige Lieder, einige Mitglieder der Theatergruppen schlüpften in die ihnen vertrauten Rollen und gaben klitzekleine Kostproben .
Aber wie das bei so einem offiziellen Festakt ist, wurden auch ein paar Reden gehalten. Bürgermeisterin Andrea Risius war als erstes an der Reihe. Sie betonte, dass der Verein in seinen bisherigen zehn Jahren viel erreicht habe. „Es ist ihnen gelungen, Theartic in ganz Europa ins Bewusstsein zu bringen”, sagte Risius, die von ihren Amtskollegen Lina Meyer und Rico Mecklenburg begleitet wurde .
Auch Engelbert Sommer, Leiter der Malschule der Kunsthalle Emden, lobte die länderübergreifende Ausstrahlung des Projektes. Zudem appellierte auch er an die Stadt, „räumliche und finanzielle Mittel zu Verfügung zu stellen”. Am Ende seiner Rede stellte er in Richtung des Führungsteams von Theartic fest: „Eure Arbeit ist feinste künstlerische Arbeit mit hohem Inklusions-Faktor.”
Nach den vielen Lobeshymnen äußerten sich die Vorsitzende Ulrike Heymann, ihre Stellvertreterinnen Inge Rhoden-Wohlers und Dr. Eva Nduka-Agwu sowie Kegler in einer gemeinsamen Rede auch selber zu dem von ihnen geleiteten Projekt. Sie berichteten von dem Spaß, denn alle Aktiven miteinander hätten, und Nduka-Agwu verriet das Erfolgsgeheimnis von Theartic: Respekt. In den Beiträgen von allen Vier war der Stolz über das bisher Erreichte deutlich herauszuhören. Und auch der Dank. So überreichte Heymann dem ehemaligen Stadtwerke-Geschäftsführer Remmer Edzards zwei Karten. Mit denen kann er bis an sein Lebensende alle Vorstellungen von Theartic besuchen. Edzards hatte zu seinem Abschied statt Geschenken um eine Spende für Theartic gebeten. Mehr als 7000 Euro waren dabei zusammengekommen .
Für die musikalische Untermalung des Festaktes sorgte die Gruppe „Tin Tin Deo”. In den Räumlichkeiten der Johannes a Lasco Bibliothek konnten sich die Gäste außerdem zehn Fotografien mit Theartic-Motiven anschauen, einige davon von Ernst Weerts, der auch zum Leitungsteam gehört. Darüber hinaus gab es in der Schweizer Kirche die Ausstellung „10 Jahre Theartic”. Sie wird in den nächsten Monaten in verschiedenste Einrichtungen in Emden zu sehen sein .
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