Theartic jubelt: Zukunft gesichert (OZ 27.11.2010)

Die Einrichtung für Behinderte und Nichtbehinderte kann ihre Arbeit jetzt auf eine breitere Basis stellen.

Von Heiko Müller

Emden – Jubelstimmung beim Emder Kulturverein Theartic für Behinderte und Nichtbehinderte: Fast neun Jahre nach der Gründung kann diese über die Grenzen Emdens hinaus anerkannte Einrichtung ihre Arbeit auf eine breitere Basis stellen. Möglich macht das die Stadt, die die Förderung des Vereins deutlich aufgestockt hat und künftig 20 000 Euro pro Jahr bereitstellt.

Wie der Theartic-Vorstand in einem Pressegespräch mitteilte, wird der gemeinnützige Verein dadurch in die Lage versetzt, seine Strukturen und die personelle Ausstattung zu verbessern sowie sich nachhaltig zu entwickeln.

Bisher lastete die Arbeit größtenteils auf den Schultern der Vereinsgründerin und Vorsitzenden Ulrike Heymann. Die Musik- und Theaterpädagogin, die an der Emder Musikschule lehrt, erledigte unter anderem die Verwaltungsarbeiten, schrieb die Stücke für die Theaterensembles, führte Regie und leitete die Produktionen. Sie war damit trotz der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter zuletzt an ihre Belastungsgrenze gestoßen und hatte deshalb schon im August 2009 Alarm geschlagen. Theartic könne die Arbeit auf dem von allen Seiten anerkannten hohen künstlerischen Niveau so nicht fortsetzen, warnte sie damals.

Heymann wandte sich mit Hilferufen an Politik und Verwaltung der Stadt. Sie musste Überzeugungsarbeit leisten: „Wir mussten viel kämpfen, betteln und bohren“. Die Ratsfraktionen hätten die Bedeutung der Arbeit von Theartic schließlich aber erkannt. Heymann wertete die Förderung als „Schritt in die richtige Richtung“.

Der Anspruch des Vereins ist hoch: Er will bei seiner künstlerischen Tätigkeit keine Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Behinderung machen, sondern sieht alle als gleichwertig an. „Wir beweisen, dass es geht“, sagte Vorstandsmitglied Hans Langen. Damit könne der Verein sich zu einem Modellprojekt entwickeln. Langen: „Die Förderung bringt uns inhaltlich voran.“ Damit könne auch eine größere Öffentlichkeit erreicht werden.

Ulrike Heymann wird künftig mit einer halben Stelle für Theartic arbeiten. Außerdem will der Verein ab Januar stundenweise eine Kraft beschäftigten, die sich unter anderem um die Verwaltung, die Öffentlichkeitsarbeit und Projektförderungen kümmern und einen Internet-Auftritt aufbauen soll. Solche Aufgaben seien in der Vergangenheit auf der Strecke geblieben, sagte Heymann. Eigene Räume in der Wallschule seien Theartic in Aussicht gestellt worden.

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