Jetzt wird „Theartic“ auch mal bitterböse
„Wir sind sehr gespannt, wie das Publikum diese Produktion aufnehmen wird“, sagt Autorin und Regisseurin Ulrike Heymann. Erstmals wird ein Sprechchor dabei sein.
Von Heiner Schröder
Emden – Ulrike Heymann ist begeistert und skeptisch zugleich: Die Proben zur neuen Produktion der Emder Theaterwerkstatt Theartic sind vielversprechend, aber die Autorin und Regisseurin ist sich nicht ganz sicher, ob das Stück mit dem Titel „Die bessere Gesellschaft“ beim Emder Publikum ankommt. Es handelt sich um eine „bitterböse Gesellschaftssatire“ sagt Heymann, „so etwas erwartet man nicht von uns“. Die Premiere ist am 7. April, der Vorverkauf beginnt am 17. März.
Die mittlerweile sechste Produktion des hochgelobten und jetzt auch von der Stadt geförderten Theaters, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen spielen, spielt in Frankfurt. „Theartic“ erzählt die Geschichte von verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, die schließlich aufeinandertreffen und ihre tiefen Gräben offenbaren. Es gibt „schräge Typen“ wie die Chefredakteurin des Klatschblattes, den geheimnisvollen Sergej Koljakoff, Adlige, einen Bischof und noch viele mehr. Richtig heftig wird es, wenn die gesellschaftlichen Schichten zusammenkommen. „Da geht es zur Sache, das tut dann richtig weh“, sagt Heymann. Lachen könne und solle man auch in der „besseren Gesellschaft“, aber es werde „ein anderes Lachen sein als bisher“, sagt sie. Beim Schreiben ist ihr aufgefallen, „dass das Stück im Laufe der vergangenen zwei Jahre immer böser“ wurde. Das Ensemble, so erzählt Heymann, habe es mit Begeisterung aufgenommen, dass man mal etwas ganz anderes macht.
Nicht nur inhaltlich und dramaturgisch bietet „Theartic“ Neues. Erstmals wird auch ein 14-köpfiger Sprechchor dabei sein, der fleißig daran übt, mit einer Stimme zu sprechen. Besonders freut sich Heymann darüber, dass der Generationenwechsel klappt: Vier Darsteller, die bis zum vergangenen Sommer bei „Theartic junior“ gespielt haben, wechselten jetzt zu den Erwachsenen. „Und sie spielen großartig“, sagt Heymann.
Derzeit laufen die Proben, die jetzt intensiver werden. Verzichten musste „Theartic“ dabei auf einen langjährigen Stammspieler, der wegen Krankheit ausfällt.
Bei der Ausstattung arbeitet „Theartic“ mit dem Verein „Das Boot“ zusammen. Laut Heymann werde man die Zusammenarbeit mit dem Verein, der Menschen mit psychischen Krankheiten betreut, in Zukunft verstärken. Das Bühnenbild ist bewusst „reduziert“, was heiße, „dass wir besonders gut spielen müssen“, so Heymann. „Die bessere Gesellschaft“ ist mit einer Spielzeit von knapp drei Stunden samt Pause ungewöhnlich lang und erst für Jugendliche ab 13 Jahren geeignet. Gefördert wird die Aufführung von „Die bessere Gesellschaft“ von der Sparkassenstiftung.