EZ 03.03.2014: Lebenshilfe-Geburtstag mit Appellen an die Politiker

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Emden. Die Politik soll endlich dafür sorgen, dass geistig behinderte Menschen genauso an Wahlen teilnehmen, wie andere Bürger auch. Außerdem müssen Kindergärten und Schulen zukünftig so aufgestellt sein, dass dort Behinderte zusammen mit Nichtbehinderten unterrichtet und betreut werden können. Diese Appelle hat Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, gestern in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek auf der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Emder Lebenshilfe an die Bundes- und Kommunalpolitik gerichtet.

„Ich hoffe, dass wir das Wahlrecht für behinderte Menschen endlich umsetzen können. Ansonsten klagen wir mit der Lebenshilfe vor dem Bundesverfassungsgericht”, kündigte die ehemalige Bundesministerin Ulla Schmidt an. Die Bundesvorsitzende richtete ihre Worte dabei vor allem an den Bundestagsabgeordneten Johann Saathoff (SPD) und an den Landtagsabgeordneten Hans-Dieter Haase (SPD), die zur Feier gekommen waren.

Neben Elfriede Meyer, Andrea Risius und Rico Mecklenburg war auch Oberbürgermeister Bernd Bornemann da. Die Anwesenheit von OB und allen drei ehrenamtlichen Bürgermeistern zeige „die große Verbundenheit der Stadt” mit dem Emder Verein. „Wir stehen hinter Ihnen”, betonte Bornemann. Der OB ging in seiner Rede auf die Geschichte der Emder Lebenshilfe ein, die sich um die Belange geistig behinderter Menschen und deren Familien kümmert. Er erinnerte daran, dass sich zum Beispiel die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (Obw) oder die Förderschule aus dem Verein heraus gegründet hatte. „Auf die Lebenshilfe können wir in Zukunft als Impulsgeber nicht verzichten”, sagte Bornemann.

Franz Haverkamp, Landesvorsitzende der Lebenshilfe, wünscht sich, dass der Landesverband zusammen mit den Ortsvereinen mehr junge Menschen für die Lebenshilfe gewinnen kann. Auch er appellierte an die Politik, die Inklusion nicht zu einem „Sparmodel” werden zu lassen.

Neben kritischen Worten gab es jedoch auch eine Menge Lob. „Wir wohnen in einer Stadt, in der vieles möglich ist”, bedankte sich zum Beispiel der Vorsitzender der Emder Lebenshilfe, Matthias Meyer. Gefeiert wurde neben den Reden natürlich auch. Der „TheartiChor” sorgte für die musikalische Untermalung des Vormittags, „agilio” für die Gastronomie. Auch die Ausstellung „Welten-Naht” fand im Rahmen des Jubiläums statt.

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