Quelle: EZ v. 21.12.2015 | EZ-Redakteurin: Ina Wagner

Konzert in der Martin-Luther-Kirche mit fünf Ensembles aus Emden und der Region
Emden. Das war ein wirklich wunderschönes Konzert am Sonnabend in der Bollwerkkirche. Mit mehr als 550 Besuchern bot diese eine prächtige, weihnachtlich geschmückte Kulisse für klassische Chorsätze und modernere Arrangements. Das Wesentliche: Die Ensembles waren bestens vorbereitet, und so wurde das Programm reibungslos und flüssig über die Bühne gebracht. Das war insofern bemerkenswert, als die Ausführenden ja keine Profis waren, vielmehr handelte es sich um Gruppen aus Emden und der Region .
Man darf daran erinnern, dass dieses Weihnachtskonzert, das in jedem Jahr zugleich das letzte Konzert vor Weihnachten ist, 1945 vom Emder Männergesangverein begründet wurde. Damals, in der schweren Zeit nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, sollte die Musik lindernde Wirkung ausüben. Die Tradition wurde weiter fortgeführt, so dass in diesem Jahr das 70. Weihnachtssingen anstand. Mittlerweile wird es von einem „Team Weihnachtskonzert“, in dem die Projektkoordination bei der „KulturkircheMartin–Luther“ liegt, organisiert .
Seit einigen Jahren wechseln die teilnehmenden Gruppen, aber der Männergesangverein, der inzwischen eine Gemeinschaft mit der Petkumer „Windsbraut“ gebildet hat, ist immer dabei. So war es auch am Sonnabend, als die Sänger mit dem Zupforchester der Musischen Akademie, dem TheartiChor, dem Handglockenchor „Campanella“ der Ländlichen Akademie Krummhörn, der Bigband „Youngsters“ des Johannes Althusius-Gymnasiums und mit Kantor Elmar Werner an der Beckerath-Orgel in einem Programm auftraten, das von Martin Kaminski moderiert und von Stefan Geschwentner und Studenten der Hochschule vielfarbig beleuchtet wurde. Das Programm war durchweg überdurchschnittlich, wobei die Ensembles leistungsmäßig gleichwertig empfunden wurden. Die „Youngster“ (Leitung Heiner Jaspers) glänzten mit schönen Arrangements und stimmstarken Sängerinnen, die den Auftritt abrundeten.
Die Chorgemeinschaft (Mirek Strecker) stimmte klangvolle Chorsätze an. Unter ihnen stachen besonders das moderne „Engel singen leise“ und das zauberhafte „Wiegenlied der heiligen Maria“ hervor. Der TheartiChor (Christiane Dane) sang seine afrikanischen Lieder, ergänzt um ein bolivianisches Weihnachtslied und machte in seiner Spontaneität und Singfreude Eindruck. Der Handglockenchor (Hilke Uken) bestrickte mit seinen sehr speziellen Beiträgen wie einer „Meditation“ oder dem Song „All day, all night“, während das Zupforchester unter Leitung von Robert Willms zarte barocke Musik beisteuerte und zum Schluss mit dem Kanon „Dona nobis pacem“ einen wunderbaren Abschluss gestaltete.
Elmar Werner begleitet den Gemeindegesang an der Orgel, und das Publikum sang mehrfach, zum Abschluss das traditionelle „O du fröhliche. Und während sich der Zimbelstern hoch oben vor den Prospektpfeifen der Orgel noch drehte, war klar, dass das Konzert ein besonders berührender Beitrag zur Vorweihnacht gewesen ist. Wie schön, dass sich in jedem Jahr immer wieder so viele verschiedene Gruppen beteiligen. Und wie schön, dass es in Emden und Umgebung so viele tolle Gruppen gibt, die sich für die Teilnahme an einem solchen Abend empfehlen .