Quelle: OZ v. 07.03.2017 | OZ-Leserin: Sonja Ryll
Die Zeit des Probens und der Auftritte des jüngsten Theaterstücks „Europa.draußen“ von Theartic ist vorbei. Ich durfte dieses Mal dabei sein. Sogenannte Behinderte und Nichtbehinderte und dieses Mal auch eine beachtliche Gruppe von Flüchtlingen haben mitgewirkt. Die verschiedenen Charaktere der Schauspieler zu einer Einheit zu „schmieden“, die eine solche Ausstrahlung auf das Publikum haben – das alles schafft Theartic unter der Leitung von Ulrike Heymann. Eine Autorin und Regisseurin, die – klein und zart, doch voller Kraft und Menschlichkeit – humorvoll und unerbittlich an dem Stück arbeitet, dabei die Stärken und Schwächen, Hänger und Gefühle jedes Einzelnen erkennt und achtet.
Es war ein wunderbares Gefühl, die Freude mit den Flüchtlingen nach getaner und sinnvoller Arbeit zu teilen, den Applaus des Publikums zu spüren. Noch nie waren so viele Migranten im Neuen Theater. Für viele war es der erste Theaterbesuch überhaupt.
Das gesellschaftlich hochbrisante Thema wurde vom ganzen Ensemble eindrucksvoll vermittelt. Und ich hatte den Eindruck, dass das Publikum unser Anliegen teilte. Es bleibt zu hoffen, dass die Schlussaussage „Es wird dunkel. Es wird kalt.“ in Emden keine Zukunft hat.
Und ich bin schon jetzt gespannt, wie es mit Theartic in Zukunft weitergehen wird.