Musikalische Seebären und Leseratten (EZ, 12.11.2018)

zum Nachlesen:

Musikalische Seebären und Leseratten
Aufführung eines Musicals mit Emder Kindern in der Johannes a Lasco
Bibliothek unter der Leitung von Vilma Pigagaite
Von Ute Lipperheide s 0 49 21 / 89 00-416
Emden. Es gibt Aufführungen mit Kindern, die finden nicht nur Eltern
und Großeltern entzückend und manchmal befindet sich unter den
vielen Laiengruppen auch eine wirkliche Perle. Ein solches Schmuckstück
der Unterhaltung war am Sonntagvormittag in der Johannes a Lasco
Bibliothek zu sehen und zu hören.
Zauberhaft, eindrucksvoll, stimmungsvoll, mitreißend, gelungen sind
Adjektive, mit denen die Aufführung unter der Leitung von Vilma
Pigagaite – sie zeichnet für die noch junge Reihe der Sonntagsmatinee-
Konzerte in der Bibliothek verantwortlich – beschrieben werden kann.
Mancher der vielen Zuschauer kann sich bestimmt noch an das
Ostfriesen-Musical „Lükko Leuchtturm” erinnern. Das hat mittlerweile
Kult-Charakter. „Die Seeräuberinsel”, eine musikalische Geschichte für
Kinder, die eine Zusammenarbeit von Pigagaite, der Musischen Akademie
und  Theartic  ist, hat Potenzial, ähnlich erfolgreich zu werden. Aber
bisher ist keine weitere Aufführung geplant. Der Aufwand wäre auch
enorm.
80 Mitwirkende, darunter viele Kinder aus der musikalischen
Früherziehung, machen bei dem eingängigen Musical mit. Alle Akteure –
egal, welche Rolle sie hatten – verdienen ein großes Lob. Alles passte und
fügte sich zu einer gelungenen Schau zusammen: Die Musik kam vor
allem vom Orchester „Tuut gut” unter der Leitung von Martin Dammert
von der Empore der Bibliothek. Die Solisten (am Klavier Anne Liess und
Sabrina Neubert, am Akkordeon Felix Pankratius) waren voll bei der
Sache.  Die Erzähler (Malik Meyer und Sedigeh Sadat)  führten gekonnt
durch die Geschichte. Die Fische und Haie aus der Früherziehung waren
einfach nur entzückend und überraschend sing- und musizierfreudig.
Und die Seeräuber mit Kapitän Merle Eiklenborg sowie der Mannschaft,
bestehend aus Alisha Bierstedt, Sophie Böcker, Finja Diekhof, Runa Dorin,
Rebekka Dröst, Alisha Giertz, Friederike Gröttrup, Ana Lauterjung, Max
Lehnert, Julia-Maria Mudder, Frieda Nielsen, Marje Ohdens und  Remmer de Vries , überzeugten durch Spiel, Gesang und Tanz. Die Zuschauer
konnten kaum mehr erwarten. Dass dann auch noch die Geschichte
schlüssig, leicht und dennoch mit Tiefgang daherkam und die eingängige
Musik Mitsingcharakter hat, begeisterte alle. Selbst Kleinkinder blieben
still. Mucksmäuschenstill, denn still ist es auch unter Wasser, lernten sie
und nur wer still ist, kann hören. Und alle lernten: Dass die größten
Schätze nicht glänzen, sondern sich zwischen Buchdeckeln verstecken.
Das passte haargenau in die großartige Kulisse der Bibliothek. „Stolz wie
Oskar, dumm wie Stroh …”, sangen die Piraten, um später mit allen
gemeinsam „auf nach China” aufzubrechen.
Emder Zeitung vom Montag, 12. November 2018, Seite 4

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