Emden. Die Festtagsstimmung der Zehn-Jahr-Feier von Theartic ist noch gar nicht ganz verklungen, schon kündigt der Emder Kulturverein für Behinderte und Nichtbehinderte das nächste Ereignis an: Theartic junior, das Schauspielensemble des Vereins für Kinder und Jugendliche, bringt im März eine neue Produktion auf die Bühne. „Verirrt, verwirrt“ heißt das vierte Stück der Truppe. Premiere ist am Sonnabend, 2. März, um 15 Uhr im Kulturbunker Barenburg.
Inhaltlich knüpft es an die vorherige Produktion „Gestrandet“ an, die Theartic junior im Herbst 2011 im Kulturbunker zeigte. In dem Stück waren Kinder und Jugendliche auf einer unbekannten Insel gestrandet. Sie trafen auf zickige Meerjungfrauen, den schrägen Legomann und den klugen Fuß. Gerettet werden wollte am Ende niemand mehr, zumal ein Leben ohne Hausaufgaben, meckernde Eltern, Lehrer und anderen Alltagsstress den Gestrandeten geradezu paradiesisch erschien. Und so beschlossen sie, auf der Insel zu bleiben.
Dort setzt das neue Stück an. „Man muss das alte aber nicht gesehen haben, um das neue zu verstehen“, sagt Ulrike Heymann, die das Buch schrieb und zusammen mit Claus Gosmann Regie führt. „Verirrt, verwirrt“ erzähle eine in sich abgeschlossene Geschichte und eigne sich „für Menschen zwischen 8 und 108“. In dem Stück geht es unter anderem um die Fragen, ob das Leben auf der Insel wirklich so paradiesisch ist, und wie ein Top-Model in der Wildnis klarkommt. Antworten erhalten die Zuschauer auch darauf, ob der Legomann bei seinen Forschungen eine Mumie entdeckt, und was passiert, wenn jemand eine Bank gründen will. Und dann sind da noch zwei sonderbare grünliche Gestalten . . .
Theartic junior mit seinen 20 Schauspielern im Alter zwischen 10 und 18 Jahren arbeitet schon seit knapp anderthalb Jahren an der Produktion. Die Musik kommt – wie immer bei Theartic – nicht aus der Konserve. Sie wurde von Arne Bohnet eigens für das Stück geschrieben.
Außer dem Pianisten spielen Michael Junker (Saxofon) und Arne Wagner (Kontrabass). Das Theaterensemble Theartic junior für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen gibt es seit dem Jahr 2004. Zunächst spielten nur Behinderte, deren Eltern den Anstoß zu der Gründung gegeben hatten. Heute besteht es je zur Hälfte aus Behinderten und Nichtbehindern. Bis dahin sei es aber ein langer und schwieriger Weg gewesen, zumal Inklusion zu der Zeit noch nicht das große Thema gewesen sei und die Hemmschwelle für nichtbehinderte Kinder hoch gewesen sei, sagt Ulrike Heymann. Richtigen Schub bekam das Ensemble, nachdem Theartic mit Workshops in den Schulen für die Arbeit warb. Öffentlich trat Theater junior erstmals im Jahr 2008 mit dem Stück „Trockenschwimmen“ auf. Zwei Jahre später folgte die Produktion „Traumgeschichten in Schachteln“.
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