Emden – Auch in Emden wird künftig mit Händen, Füßen, Besen, Fässern oder Mülltonnen Musik und Theater gemacht: „Stomp“ heißt ein neues und gemeinsames Projekt der Musikschule und des Kulturvereins „Theartic“ für behinderte und nichtbehinderte Jugendliche und Erwachsene.
Es ist angelehnt an die Percussion-Ensembles namens „Stomp“, die seit den 90er Jahren mit ihren Bühnenshows und Rhythmusspektakeln weltweit Furore machen. Geräusche und Rhythmus werden dabei mit Hilfe von herkömmlichen Alltagsgegengegenständen erzeugt – im Prinzip mit allem, was sich im Sperrmüll finden lässt.
Initiatoren des Emder „Stomp“-Projektes sind die Musik- und Theaterpädagogin Ulrike Heymann sowie der Musiker, Komponist und Musiklehrer Arne Bohnet. Beide sind schon seit langem fasziniert von dem britischen Vorbildern und haben damit begonnen, ein eigenes Ensemble aufbauen. Knapp ein Dutzend Mitglieder sind schon dazugestoßen.
„Stomp“ sei Rhythmus, Musik, Bewegung, Tanz, Performance und Theater, sagen Heymann und Bohnet, die beide sowohl in der Musikschule auch bei Theartic wirken. Ihre Erkenntnis: Alltagsgegenstände und der eigene Körper reichen völlig aus, um Musik zu machen. Zu den wichtigsten „Instrumenten“ gehörten die Füße. „Am besten ausgestattet mit derben Schuhen kann man damit ordentlich ‚Krach‘ machen“, meint Ulrike Heymann. Bespielt werden aber auch die unterschiedlichsten Gegenstände des Alltags. Das Spektrum reiche von Mülltonnen, Kanistern und Schrottteilen, über Eimer, Besen und Kehrblechen bis hinzu Stühlen, Büchern, Stiften, Bällen und Haushaltsgeräten. Weil diese Dinge sehr unterschiedliche Töne hervorbrächten, könnten damit vielfältige Klangwelten geschaffen werden.
Das ist aber noch nicht alles: „Stomp“ sei auch Musik in Bewegung, aus der Choreographien entstehen können. Zugleich sei es Theater. „Denn die Gegenstände und die Orte, an denen sie man normalerweise findet – zum Beispiel Hinterhöfe, Werkstätten, Küchen oder Kneipen – können Ausgangspunkt für Improvisationen und kleine Geschichten sein, die auf der Bühne in Szene gesetzt werden“, so Heymann und Bohnet.
Bei dem Emder „Stomp“-Projekt könnten alle mitmachen, die Lust haben. Rhythmus, Bewegung, Tanz und Theater gemeinsam mit anderen zu erleben.
[note note_color=“#fefeec“]„Stomp“ (englisch stamp für Fußstampfen) ist eine Percussion-Band. Sie wurde von Steve McNicholas und Luke Cresswell gegründet. Sie traten erstmals 1991 in Brighton in Großbritannien auf.Heute ist „Stomp“ sehr erfolgreich und tritt mit vier Ensembles weltweit auf. Die Gruppen bestehen zum Teil aus mehr als zehn Akteuren. Die Performance ist szenisch dem Umfeld einer Putzkolonne entlehnt.
Geräusche werden dabei mit Hilfe verschiedener Haushaltsgegenstände erzeugt – etwa mit Fässern, Mülltonnen oder Stäben – oder was sich zur Erzeugung rhythmischer Geräusche eignet.
Die Shows selbst sind sehr dynamisch, und Geräusche werden auch durch Interaktion mehrerer Künstler untereinander erzeugt, zum Beispiel bei Kampfszenen.
„Stomp“ war der Begründer eines neuen Performance-Genres.[/note]
► Geprobt wird donnerstags von 18 bis 19.30 Uhr in den Räumen der Musikschule im Kulturhaus Faldern, Brückstraße 92 (Raum 26).
► Zum OZ-Artikel 09.01.2014 (PDF): Hier klicken!