
Bei Herrn Sawesis Wolkengeschichten gerät Frau Sonnenfeld ins Träumen: Eine Szene aus dem Stück „zehn. und jetzt“ mit den beiden neuen Darstellern Ellen Kirschke und Malik Meyer. Foto: Ernst Weerts
OZ vom 12.09.2014 | Redakteur: Heiko Müller
Emden – Ein von Publikum und Kritik gefeiertes Stück, zwei neue Gesichter und ganz viel Vorfreude: Das Emder Theaterensemble „Theartic“ brennt förmlich schon auf zwei weitere Aufführungen seiner aktuellen Produktion „zehn. und jetzt“. Knapp ein Jahr nach der Premiere bringt die Truppe aus behinderten und nicht-behinderten Darstellern diese Inszenierung um das vermeintliche Normalsein am 16. und 18. Oktober erneut auf die Bühne des Neuen Theaters.
Die Akteure und das Team hinter den Kulissen haben sich vorgenommen, die Neuauflage auch selber richtig zu genießen. Dazu hatte das Ensemble im vergangenen Jahr kaum Gelegenheit, weil es im Vorfeld der ersten drei Aufführungen ohne Ende mit widrigen Umständen zu kämpfen hatte. Hinzu kamen die Beteiligung an einem europäischen Kulturprojekt und die Jubiläumsspielzeit zum zehnjährigen Bestehen von „Theartic“, die die Beteiligten stark in Anspruch nahmen. „Das war Stress pur“, sagt die Regisseurin, Autorin und Vorsitzende Ulrike Heymann im Rückblick.
Dieses Mal sind die Vorzeichen besser: Alle Darsteller seien gesund, die Proben liefen gut und auch die Stimmung im Ensemble sei bestens: „Wir sind guter Dinge, dass alles klappt und freuen uns darauf.“
Zugleich sei das gesamte Team gespannt, wie das Publikum auf die Wiederaufnahme reagieren wird – zumal immer wieder der Wunsch an „Theartic“ herangetragen worden sei, öfter und über einen längeren Zeitraum zu spielen.
Das Stück „zehn. und jetzt“ ist leicht überarbeitet worden. Mit Ellen Kirschke, die eigentlich im Chor „Theartichor“ singt, und dem 16-jährigen Malik Meyer, der schon seit einigen Jahren im Junior-Ensemble von „Theartic“ spielt, sind zwei neue Akteure dabei. Sie rückten für zwei Darsteller nach, die in der Zwischenzeit ausgeschieden sind.
Kostümtechnisch sei Ellen Kirschke „ein echter Hingucker“, sagten Heymann und Regieassistent Hans Langen. In der Rolle der Frau Sonnenfeld, die in einem Kaffeehaus Pralinen und Likörchen genießt, verleihen ein Schweizer Modellkleid aus den 30er Jahren und eine Fuchsstola aus den 20er Jahren ihr die Eleganz vergangener Zeiten.
Malik Meyer verkörpert Herrn Sawesi, einen Wolkenspezialisten mit marokkanischen Wurzeln. Diese Rolle haben die Theatermacher etwas verändert. Beide Darsteller hätten sich schnell ins Ensemble eingefügt. Die Regisseurin: „Es ist so, als wären sie schon seit Jahren dabei.“
Frau Sonnenfeld und Herr Sawesi sind zwei von zehn Protagonisten des Stücks: allesamt schräge, schrille, aber liebenswerte Typen, die auf den erste Blick verrückt, aber – jeder für sich – starke Persönlichkeiten sind. Ihre Welt ist in Ordnung, bis sie mit dem „Amt für Personen mit besonderen Auffälligkeiten“ konfrontiert werden, weil sie nicht „der Norm“ entsprechen. In dem Stück geht es um die Fragen, was eigentlich „normal“ ist, wer das bestimmt und was passiert, wenn jemand für „nicht normal“ erklärt wird.
Auf der Bühne stehen insgesamt 22 Darsteller. Außerdem sind vier Musiker dabei. Sie haben an den Kompositionen ebenfalls noch etwas gefeilt.
[note note_color=“#f8f3cc“]Termine und Tickets
Das Theaterensemble von „Theartic“ führt seine aktuelle Inszenierung mit dem Titel „zehn. und jetzt“ am Donnerstag, 16. Oktober, und am Sonnanbend, 18. Oktober, im Neuen Theater auf. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.
Karten gibt es für zehn Euro (ermäßigt fünf Euro) im Vorverkauf und für zwölf Euro (sechs Euro) an der Abendkasse. Der Vorverkauf beginnt am kommenden Montag unter anderem im Kulturbüro der Stadt Emden an der Großen Straße.
Gefördert wird die Produktion vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie sowie von der Stiftung Niedersachsen.
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