Schon ganz heiß aufs echte Publikum (EZ, 01.06.2022)

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HAT DEN DARSTELLERN DIE ROLLEN AUF DEN LEIB GESCHRIEBEN: ULRIKE HEYMANN. BILD: ERNST WEERTS

EMDEN. (gwo) Über zwei Jahre lang war nichts normal bei Theartic. Doch jetzt endlich nach gefühlt unzähligen Verschiebungen durch Pandemie und Lockdown tritt die Junior-Gruppe der Emder Theaterwerkstatt für Menschen mit und ohne Behinderung erstmals wieder öffentlich vor Publikum auf. Gemeinsam mit vier Mitgliedern des Erwachsenen-Ensembles präsentiert der Nachwuchs sein neues Theaterstück „Ohne mein Handy???“ vom 19. bis 21. Juni auf großer Bühne in der Nordseehalle.

Ein echter Spielstau

Das Zusammenspiel mit den Älteren ist ein Novum. Ebenfalls bedingt durch Corona. „Unsere Produktionen haben sich durch die ganzen Lockdown-Phasen teilweise über Jahre verschoben, da hat sich ein echter Spielstau entwickelt“, erzählt Ulrike Heymann. Um zumindest einigen der Erwachsenen, die nach dem üblichen Theartic-Turnus eigentlich erst im nächsten Jahr wieder mit Aufführungen dran wären, die Wartezeit zu verkürzen, hat die Vorsitzende auch für sie maßgeschneiderte Rollen in das Junioren-Stück geschrieben. Und alle seien schon ganz heiß auf den Auftritt, sagt Heymann. Die Regie teilt sie sich wie gewohnt mit Claus Gosmann. Und wie immer wird es eine eigens komponierte Musik zum Stück geben – diesmal aber nicht mit einem großen Live-Orchester, sondern in Form von vorproduzierter „Filmmusik“.

Zum einen sollen nicht so viel andere Leute um das Ensemble herum auf und hinter der Bühne in Aktion sein. „Die Pandemie ist ja nicht vorbei“, wie Heymann betont. Zum anderen wollte sie schon längst mal ein gemeinsames Projekt mit ihrem Neffen David (31) starten, der in den letzten fünf Jahren als Komponist für Spiel-, Dokumentar- und Werbefilme in Hollywood gearbeitet hat und jetzt in Düsseldorf lebt.

Fiese große Schwester

Im Mittelpunkt steht aber nach wie vor das Geschehen auf der Bühne. Und das dreht sich zunächst einmal um den zwölfjährigen Niklas, der allein in seinem Zimmer am Verzweifeln ist. Denn er hat Handyverbot. Und Hausarrest. Und eine fiese große Schwester, die ihn damit aufzieht. Zeitgleich steckt unten im Haus, wo Niklas’ Eltern ein Modegeschäft betreiben, Schaufensterpuppe Moritz in ganz anderen Nöten. Können Niklas und Moritz ihre Probleme lösen? Wird ihnen jemand helfen? Und welche Rolle spielen der Ameisenforscher, Frau Krimpkötter, der Harlekin, die Stehlampe und die Zimmerpflanze? „Die zentrale Frage aber ist: Wie soll Niklas bloß ohne sein Handy leben? Daher ist das Stück nicht nur für Kinder ab sechs geeignet, sondern für alle, die schon mal kritisch über dieses Medium nachgedacht haben“, sagt Heymann.

Bei den Schulklassen – von der Grund- bis zur Berufsschule – ist das schon auf Resonanz gestoßen. Für sie sind die Aufführungen bereits vollständig ausgebucht. Alle anderen Besucher haben noch die Chance auf die Nachmittagspremiere am Sonntag (19. Juni) und ein kleines Extra-Kartenkontingent (nur im Vorverkauf) bei den Vormittagsvorstellungen am Montag und Dienstag.

Am Samstag, 11. Juni, gibt es zur Eröffnung des Emder Kultursommers um 16 Uhr vor dem Café Einstein eine kleine Vorab-Kostprobe samt Walk-Act.

In dem Stück wirken mit: Klaus Baalmann, Joe Conradi, Remmer de Vries, Niklas Eilers, Emilia Franke, Karoline Hofmann, Marika Kalkhofe, Daniel Kerner, Moritz Metzner, Diana Meyer, Friederike Tapper, Ben Kenja Walter, Inken Wilts, Karin Wilts, Wenke Wilts, Siegfried Württemberger und Sara Zinaoui.

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