
Eine Szene aus „zehn. und jetzt“, der jüngsten Theater-Produktion des Erwachsenen-Ensembles von Theartic. Das Stück wird im Oktober zwei weitere Male im Neuen Theater aufgeführt.
Von OZ-Redakteur Heiko Müller
Emden – Die Emder Kulturinstitution Theartic erweitert ihr Angebot: Der Verein richtete jetzt eine „offene Theaterwerkstatt“ ein, die erwachsenen Behinderten und Nicht-Behinderten einen Einstieg ins Theaterspiel ermöglichen soll. „Es geht darum, sich auszuprobieren, Spaß zu haben und gemeinsam mit anderen die eigenen Fähigkeiten zu entdecken“, sagt die Vorstandsvorsitzende Ulrike Heymann.
Zurzeit bestehe die neue Werkstatt fast ausschließlich aus Menschen mit einer geistigen Behinderung. Das will Theartic so schnell wie möglich ändern. „Wir wollen die Mischung“, so Heymann. Das sei der Grundgedanke des Vereins.
Der Hintergrund für die neue Gruppe: Das etablierte Erwachsenen-Ensemble sei mit etwa 25 Akteuren mittlerweile eigentlich zu groß geworden, sagt Heymann. Es gebe Wartelisten. Andererseits bestehe Bedarf für ein unverbindlicheres Angebot, zumal die regelmäßige Arbeit an neuen Produktionen für einige Darsteller der bestehenden Truppe zu belastend sei.
Die Arbeit von Theartic genießt mittlerweile auch internationale Anerkennung. Das hat die Teilnahme an dem EU-Projekt „Guide us into arts“ (Guia) – zu deutsch: Führe uns in die Künste – gezeigt. Es startete im Herbst 2011 und lief vor einigen Monaten aus. Ziel war der Austausch von Erfahrungen und Methoden in der künstlerischen Arbeit mit Behinderten und Nicht-Behinderten.
Außer Emden waren acht große Institutionen beteiligt, die ausschließlich in europäischen Hauptstädten ansässig sind. „Das zeigt, welcher Stellenwert uns beigemessen wird“, so Heymann. Die europäischen Partner hätten dieses Wirken durchweg als vorbildhaft bewertet und zum Ausdruck gebracht, „dass wir mit unserer Arbeit schon sehr weit sind“. Der eigenen Arbeit habe das Projekt „neue Impulse und Inspiration“ gegeben. Weiterlesen →